50 Jahr DaF

Von den 60er-Jahren bis heute

Die Kuba-Krise, der Vietnam-Krieg, die Auschwitz-Pro­zes­se und die inter­natio­na­len Stu­den­ten­un­ru­hen sind nur einige mar­kan­te Er­eig­nis­se, die wir un­trenn­bar mit den 60er-Jahren ver­bin­den. Ei­ni­ge da­von ste­hen auch im Zu­sam­men­hang mit dem 35. Prä­si­den­ten der USA, John F. Ken­ne­dy. Sein po­li­ti­sches State­ment „Ich bin ein Berliner“ gab nicht nur vielen Deut­schen ein neues Selbst­wert­ge­fühl, es stell­te Deutsch (als Fremd­sprache) in ein neu­es Licht.

Ich bin ein Berliner!

I am a jelly (-filled) dough­nut
Erst viel später wurde in den USA das Ge­rücht ver­brei­tet, Ken­nedy hätte sich mit dieser (gram­ma­tisch nicht kor­rek­ten) Aus­sa­ge den Spott vie­ler Ber­li­ner ein­ge­han­delt, die sein „Ich bin ein Ber­li­ner“ als „Ich bin ein Ber­li­ner (Pfann­kuchen)“ in­ter­pre­tiert hät­ten. Das ent­spricht nicht den Tat­sachen.

„ … two thou­sand years ago the prou­dest boast was „Civis ro­ma­nus sum”. Today in the world of free­dom the prou­dest boast is

„Ich bin ein Ber­li­ner!“

J.F. Ken­nedy, 35. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, 26. Juni 1963, West-Berlin

Sympathie und Vertrauen gewinnen

Sympathie und Vertrauen gewinnen

Das Goethe-Institut wurde 1951 als selbständiger Verein gegründet - inhaltlich eigenverantwortlich und regierungsunabhängig sollte es mithilfe der deutschen Sprache und Kultur der jungen Bundesrepublik die Rückkehr in die internationale Staatengemeinschaft und die Wiederaufnahme des Dialogs mit der Welt ermöglichen. … Auf die Gründung des ersten Auslandsinstituts 1952 in Athen folgte eine beeindruckende Expansion: Schon nach zehn Jahren verfügte das Goethe-Institut über 17 Niederlassungen in Deutschland und 54 im Ausland.
Theodor Heuss, Einweihung des Goethe-Instituts Bangalore, 1960
(Quelle: 2.11 Reportagen – Bilder – Gespräche, 60 Jahre Goethe-Institut © 2011 Goethe-Institut e.V. Zentrale)

Wachsender Ausländeranteil in Deutschland

Wach­sen­der Aus­län­der­an­teil in Deutsch­land

Schon Ende der 50er-Jahre kamen durch ein staatliches deutsch-italienisches Anwerbeabkommen mehr lesen

Krise, Kriege, Migration

Gast­ar­bei­ter oh­ne Deutsch­kennt­nis­se?

Mit dem po­li­tisch ge­för­der­ten Zu­zug von Gast­ar­bei­tern aus Ita­lien, Spa­nien, Griechen­land und der Tür­kei wuchs die Nach­frage mehr lesen

Krise, Kriege, Migration

Zu Beginn des Jahres 2017

bestim­men Kriege, Migra­tion und Wirt­schafts­krisen in vielen Län­dern der Erde das Welt­ge­sche­hen. Men­schen fliehen vor Krieg und Terror, möch­ten in anderen, sicheren Gebieten Schutz und eine neue Per­spek­tive finden. Sie lernen neue Sprachen. Allen voran Deutsch. mehr lesen

Wach­sen­der Aus­län­der­an­teil in Deutsch­land

Schon Ende der 50er-Jahre ka­men durch ein staat­li­ches deutsch-itali­eni­sches An­wer­be­ab­kom­men Gast­ar­bei­ter nach Deutsch­land. Nach Ita­lien wur­den ent­sprech­ende Ab­kom­men mit Spa­nien und Griechen­land ge­trof­fen und 1961 auch mit der Tür­kei. Der Aus­län­der­an­teil an der in Deutsch­land woh­nen­den Be­völ­ke­rung nahm von 1,2% im Jahr 1960 auf 4,9% 1970 zu. we­ni­ger le­sen (Quelle bpd / Down­load 19.12.2016)

Gast­ar­bei­ter oh­ne Deutsch­kennt­nis­se?

Mit dem po­li­tisch ge­för­der­ten Zu­zug von Gast­ar­bei­tern aus Ita­lien, Spa­nien, Griechen­land und der Tür­kei wuchs die Nach­frage nach ge­eig­net­en Lern- und Lehr­mate­ria­lien. Im da­mals noch jun­gen Be­reich „Deutsch als Fremd­sprache“ trat die neue „audio­lingu­ale Me­tho­de“ ihren Sieges­zug an. Sucht man nach den Wur­zeln dieser Be­we­gung, so findet man sie u.a. in Vor­gän­gern wie der „Di­rek­ten Me­tho­de“ (Viëtor) oder in der fremd­sprach­li­chen Schu­lung von US-Sol­da­ten, die u.a. in den Korea­krieg ziehen mus­sten. Es hatte sich ge­zeigt, dass das Schrift­bild bei sehr weit ent­fern­ten Sprachen irritiert und das Lernen er­schwert. Da­her wurde mit Bil­dern und mit Tex­ten ge­ar­bei­tet, die zu­erst nur ge­hört und nach­ge­sprochen wur­den.
Wer weiß noch, dass schon in den 60er-Jahren ein mas­siver Ein­satz mo­der­ner Tech­no­lo­gie be­gann und (dadurch) der Unter­richts­schwer­punkt auf das weit­ge­hend ge­lenk­te Sprechen ver­la­gert wurde? Das Goethe-Ins­ti­tut in­ves­tierte seit Mit­te der 60er-Jahre aktiv in Sprach­la­bore, die damals „Elek­tro­ni­sche Klassen­zimmer“ genannt wurden. Auch Volks­hoch­schulen setzten diese Me­tho­de in Kursen ein. Hören und Nach­sprechen, Sti­mu­lus-Re­spons stan­den im Zen­trum dieses audio­lin­gua­len Unter­richts. we­ni­ger le­sen

Zu Beginn des Jahres 2017

be­stim­men Kriege, Migra­tion und Wirt­schafts­kri­sen in vielen Län­dern der Erde das Welt­ge­schehen. Men­schen flie­hen vor Krieg und Ter­ror, möch­ten in an­de­ren, si­che­ren Ge­bie­ten Schutz und eine neue Per­spek­tive fin­den. Sie ler­nen neue Spra­chen. Al­len vor­an Deutsch.
Weltweit lernen Interessierte Deutsch an unterschiedlichen Institutionen und in vielfältigen Kursformen, in der Schule, während der Ausbildung und in der Erwachsenenbildung. Im In- und Ausland bieten die Goethe-Institute ein differenziertes Sprachkursprogramm an und fördern durch verbindende Initiativen und kreative Aktionen den kulturellen und politischen Austausch. Im deutschsprachigen Raum übernehmen insbesondere die Volkshochschulen und viele soziale und caritative Kursträger zentrale Integrationsaufgaben.
Und die Verlage? Für uns als führender Deutsch als Fremdsprache-Verlag wird es zunehmend wichtiger, genau zu analysieren: Was hilft den Lernenden bei der Herausforderung Deutsch zu lernen? Wie erleichtern wir den Einstieg in diese Sprache, im Ausland und im deutschsprachigen Raum? Wie können wir erreichen, auch nicht alphabetisierten Menschen oder Zweitschriftlernenden die fremde Sprache stufenweise zu vermitteln? Und wie erleichtern wir die Integration in den Alltag und das Berufsleben in den deutschsprachigen Ländern?
Begleiten Sie uns durch 50 Jahre Deutsch als Fremdsprache: Ab 15. Februar 2017 erfahren Sie monatlich mehr über die vergangenen fünf Jahrzehnte, Sie werden alten Bekannten begegnen und Neues kennenlernen!we­ni­ger le­sen

Di­rek­te Me­thode

1882 publi­zierte Wilhelm Viëtor die Streit­schrift Der Sprach­unter­richt muss um­kehren! Darin pran­ger­te er die Gram­matik-Über­setzungs­methode als lebens­fern an. Viëtor ent­wickelte Re­for­men, in­dem er einer­seits die Fremds­prache auch zur Unter­richts­sprache machte und an­derer­seits auf Über­setzungs­übungen ver­zich­tete. In der direkten Me­tho­de wird Gram­ma­tik außer­dem nicht mehr fro­ntal ge­lehrt – die Ler­nen­den sol­len statt­des­sen gram­ma­tische Re­geln aus einer Reihe von Bei­spiel­sätzen in­duk­tiv ab­leiten und damit selbst ent­decken. Die di­rek­te Me­tho­de stellt auch die ge­sproche­ne Sprache über die Schrift­sprache. Kor­rekte Aus­sprache ist eines ihrer Haupt­ziele.
zurück (Quelle www.erwachsenenbildung.at / Download 18.12.2016)