50 Jahr DaF

1997 – 2006 Deutsch lernen mit Profil[e] – Sprachkenntnisse werden messbar

Fremdsprachenexperten aus 40 Ländern definieren Kompetenzniveaus

Fremdsprachenexperten aus 40 Ländern definieren Kompetenzniveaus

2001 wird mit dem Erscheinen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen die Grundlage für einen konsequent kompetenz- und handlungsorientierten Sprachunterricht gelegt. Statt den Lernerfolg in Grammatikkenntnissen und Wortschatzpensen zu messen, werden differenzierte Kannbeschreibungen und Sprechhandlungen formuliert und in ein sechsstufiges Niveaustufensystem von A1 bis C2 eingeteilt. „GER“ leitet einen Paradigmenwechsel bei der Beurteilung von Fremdsprachenkenntnissen ein, von dem häufig nur die Definitionen der Niveaustufen wahrgenommen werden.

Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen für Sprachen: lernen, lehren, beurteilen

Mehrsprachigkeit und kulturelle Kompetenz sind die zentralen Themen dieser umfassenden Publikation zum Fremdsprachenlernen, die die Ergebnisse einer langjährigen Diskussion unter Fremdsprachenexperten aus 40 Ländern zusammenfasst. Sie enthält vor allem ein differenziertes System von sechsstufigen Skalen zur Beschreibung von kommunikativen Aktivitäten und von Sprachkompetenzniveaus. Erfasst werden darin jenes Wissen und jene Fertigkeiten, mit denen Sprachenlernende im öffentlichen, beruflichen und privaten Bereich sprachlich handlungsfähig werden. Diese Handlungsfähigkeit ist wichtig für ein mehrsprachiges und plurikulturelles Europa, das der Europarat seit vielen Jahren als politisches Ziel propagiert. Außerdem liefert dieses System eine Basis für den Vergleich der zahlreichen Abschlüsse, Kursstufen und Prüfungsniveaus in Europa. Das Dokument ist ein notwendiges Werkzeug für alle, die professionell im Bildungsbereich tätig sind. Didaktikern, Fortbildnern, Lehrwerkautoren und Prüfungsexperten dient es bei der Entwicklung von Lehrplänen, Lehrwerken und Sprachprüfungen. Es ist mittlerweile in ganz Europa anerkannt und wird bereits in den vielfältigsten Zusammenhängen benutzt. Auszug aus dem Vorwort Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen für Sprachen: lernen, lehren, beurteilen, Seite 3, München 2001

Profile deutsch – ein benutzerfreundlicher Kompass für alle Niveaus

Profile deutsch – ein benutzerfreundlicher Kompass für alle Niveaus

Profile deutsch trägt durch konkrete Beispiele der Umsetzung des GER für Deutsch zum besseren Verständnis der einzelnen Niveaus und zur Verdeutlichung der Kannbeschreibungen bei. Dabei beeindruckte vor allem die beigefügte CD-ROM die DaF Lehrenden weltweit – als praxisorientierter und flexibel einsetzbarer Zusatznutzen war sie für die Umsetzung des GER im Unterricht und bei Prüfungen und Tests ein wertvolles Hilfsmittel.

Grammatik befreit sich aus dem traditionellen Korsett

Grammatik befreit sich aus dem traditionellen Korsett …

Klipp und Klar eine neue Übungsgrammatik bringt seit 2000 frischen Wind in den Grundstufen­unterricht Deutsch als Fremdsprache. 99 Grammatikkapitel, übersichtlich auf je einer Doppelseite präsentiert, sorgen mit witzigen Bildimpulsen, typischen Beispielen und einfachen Regeln mit Lerntipps für nachhaltiges Memorieren!

Optimal 1

Optimal – jetzt kann ich, was ich können soll!

Bereits 2002 erscheint Optimal, das vermutlich erste Lehrwerk, das die Vorgaben des Referenzrahmens umsetzte. Die Arbeitsan - weisungen waren immer mit den jeweiligen Kannbeschreibungen kombiniert und die Bände zum ersten Mal nach den GER-Niveaus strukturiert. Die Autoren von Optimal kannten sich aus: Sie waren Teil des Profile-Teams und hatten im Auftrag des Goethe-Instituts und des Europarates die Konkretisierung des GER für die deutsche Sprache übernommen.


Schon das Inhaltsverzeichnis zeigt durch die hervorgehobenen Kannbeschreibungen die neue Strukturierung, die auf der Kapitelseite differenzierter angeboten wird. Siehe unten.

Optimal 2
Optimal 3


Passwort Deutsch – der Vorreiter für Online-Serviceangebote

Passwort Deutsch – der Vor­reiter für On­li­ne-Ser­vice­an­ge­bo­te

Mit Passwort Deutsch erschien 2005 das erste Lehrwerk, das von Anfang an einen interaktiven Online-Auftritt in das Lehrwerkskonzept integrierte. Auf Basis einer Analyse der Kundenwünsche – befragt wurden Lehrende und Lernende im In- und Ausland – wurden die Angebote in vier Rubriken umgesetzt, die das Lehrbuch konsequent und medienspezifisch stützen und erweitern:

  • Deutsch lernen – Online Aktivitäten
  • Deutsch lehren – Unterrichtstipps, Unterrichtsmaterial, Aufgabenzettel, Forum
  • Info & Service – Informationen zum Lehrwerk, Kontaktmöglichkeiten, Impressum u.a.
  • Aktuell – Einstufungstest als Download und interaktiv, Aufgabenzettel
Berliner Platz – Deutsch für den Alltag

Berliner Platz – Deutsch für den Alltag

Eines der ersten Lehrwerke für die Integrationskurse kam aus dem Langenscheidt-Verlag: Berliner Platz erfüllte die Ansprüche, durch die Konzeption der kleinen Schritte den Lehrenden und Lernenden Sicherheit zu geben und auf das erfolgreiche Bestehen der Prüfung vorzubereiten. Besonderer Wert wird auf die „Übung“ des Alltags verwendet: Die Handlungsorientierung zieht sich wie ein roter Faden durch das Aufgaben- und Übungsangebot. Im Alltag EXTRA integriert Formulare, Verträge, Informationen u.v.m. über Behörden, das Gesundheits- und Schulsystem – und ermöglicht den Lernenden im geschützten Raum des Unterrichts wichtige Kultur- und Alltagstechniken zu erwerben und zu erproben.

Berliner Platz 2

2005: Zuwanderungsgesetz und Integrationskursverordnung

Die Zeit seit der Jahrtausendwende hat politisch einen neuen Schwerpunkt: 2005 werden das Zuwanderungsgesetz und die Integrationskurse etabliert. Das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) wird verantwortlich für die Finanzierung und Strukturierung des Deutschunterrichts für Personen, die dauerhaft in Deutschland leben und arbeiten wollen. Im Rahmen des Zuwanderungsgesetzes werden die Integrationskurse geschaffen, die vom BAMF in Nürnberg gesteuert werden. Die Integrationskurse sind eine der wichtigsten sprachpolitischen Maßnahmen in den letzten Jahrzehnten. Die Volkshochschulen übernehmen zusammen mit vielen anderen sozialen und caritativen Trägern zentrale Integrationsaufgaben in den und für die Kommunen.

Zuwanderungsgesetz


Zuzüge von Deutschen und Ausländern von 1991 bis 2013

Zugänge

2005 – Einführung der Integrationskurse

Zum ersten Mal gibt es deutschlandweit ein einheitliches Angebot, mit dem Zuwanderer die deutsche Sprache erlernen und Grundkenntnisse über das Leben in Deutschland erlangen können. Der Integrationskurs besteht aus einem Sprachkurs, der 600 Unterrichtseinheiten (UE) umfasst und einem Orientierungskurs, der zunächst 30 UE dauert und später auf 60 UE erweitert wird.

Von Anfang an dabei: Felice Balletta von der VHS Fürth

Von Anfang an dabei: Felice Balletta von der VHS Fürth

Felice Balletta leitet den Fachbereich ‚Deutsch/Integration/Einbürgerung und romanische Sprachen‘ an der Volkshochschule Fürth: „Seit es die Integrationskurse gibt, finden Menschen den Weg in die VHS, die vorher an uns vorbeigelaufen sind“, sagt Balletta zufrieden. „Bei weitem die meisten Migranten sehen die Kurse als Chance, Deutsch zu lernen, und dank der finanziellen Förderung kann das jetzt im Prinzip auch jeder. Noch nie konnten so viele Menschen so leicht so professionellen Deutschunterricht erhalten – und dabei noch etwas über die Werte unserer Gesellschaft erfahren.“ Begegnungen mit früheren Schülern bestätigen ihm immer wieder den Sinn seiner Tätigkeit: „Manche Teilnehmer kommen später zu Französisch-, Excel- oder Babyschwimmkurse zu uns und betonen, dass wir ihnen nicht nur Deutsch beigebracht, sondern wirklich bei der Integration geholfen haben.“

Ob er selbst allerdings in Zukunft noch Orientierungskurse leiten kann, ist offen: Im September des Jahres (2015) wird Felice Balletta Direktor und Geschäftsführer der VHS Fürth. Text: Gerd Fürstenberger / Datum 03.06.2015 / Quelle http://www.bamf.de/DE/DasBAMF/10JahreIntegrationsarbeit/10Jahre-10Geschichten/PortraitBaletta/PortraitBaletta-node.html (Download 11.05.2017)